MWV: EU muss bei schärferen Klimazielen die CO2-freundlichen Kraftstoffe endlich in den Fokus rücken (22.09.2020)

Angesichts der Ankündigung schärferer Klimaziele im Verkehr für 2030 appelliert der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) an Bundesregierung und EU, im Interesse der Verbraucher und Unternehmen verstärkt CO2- freundliche Kraftstoffe in den Fokus zu rücken, voran fortschrittliche Biokraftstoffe sowie mit Ökostrom hergestellte synthetische Kraftstoffe (E-Fuels).

„Wenn das Zwischenziel 2030 auf dem Weg zum Null-Emissions-Kontinent 2050 verschärft wird, dann müssen die deutsche und europäische Politik auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Verbraucher und Wirtschaft diese Ziele überhaupt erreichen können. Dafür sind klimaneutrale Kraftstoffe zwingend erforderlich“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen.

Klimafreundliche Kraftstoffe müssen als solche anerkannt werden

Die EU könne auf zweierlei Wegen zum Durchbruch von CO2-armen Kraftstoffen beitragen: „Zum einen, indem diese bei der geplanten Verschärfung der CO2-Grenzen für Pkw und Nutzfahrzeuge nicht mehr gewertet werden, als seien es fossile Kraftstoffe. Zum anderen muss gelten: Steuerfreiheit für klimafreundliche Kraftstoffe“, so Küchen. Bislang lohne es sich für Kraftstoffhersteller daher nicht, die erneuerbaren Alternativen anzubieten.

„Die klimafreundlichen Kraftstoffe und Treibstoffe werden nicht nur für Schiffe und Flugzeuge gebraucht, sondern eben auch für Pkw und Schwerlastverkehr, sollen diese ebenfalls klimaneutral werden. Hier fehlt der EU noch die Gesamtstrategie. Mit der Ankündigung von Zielen ist noch nichts erreicht“, kritisierte Küchen.

Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ungebrochen hoch

Die trotz Coronakrise weiterhin hohen Zulassungsanteile für Pkw und Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor weltweit, in Europa und insbesondere auch in Deutschland belegten eindrucksvoll die ungebrochene Beliebtheit dieser Antriebsform, so Küchen.
„Verbraucher wie Unternehmen schätzen schnelles Tanken, hohe Reichweite, problemlose Aufnahme großer Zuladungen und überschaubare Kosten. Von diesen Vorteilen sollte sich die EU nicht als global einzige Region durch vorschnelle Entscheidungen selbst ausschließen.“

Quelle: Mineralölwirtschaftsverband e.V.

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